Tiergestützte Therapie, Tiergestützte Maßnahmen und Tiergestützte Pädgogik sind zielgerichtete, individuelle Interventionen zur Förderung eines Klienten. Unter Supervision einer
medizinischen, therapeutischen oder pädgogischen Fachkraft werden zielgerichtete Interventionen zur Förderung der Funktionsfähigkeit und/oder des Wohlergehens, durchgeführt. Die Zuweisung zu
einer Therapiestunde kann von Ärzten bzw. Therapeuten aller medizinischen Fachrichtungen sowie von Pädagogen erfolgen und muss in der Initialphase der Intervention auch von ihnen begleitet
werden.
Tiergestützte Therapie und Tiergestützte Fördermaßnahmen
Ich selbst habe an der Veterinärmedizinischen Universität den 2jährigen Unilehrgang für Tiergestützte Therapie und Tiergestützte Fördermaßnahmen absolviert und trage daher offiziell den Titel:
Akademisch geprüfte Fachkraft für Tiergestützte Therapie und Tiergestützte Fördermaßnahmen
Weiterführende Informationen und Richtlinien zur Ausübung Tiergestützter Therapie erhalten Sie auch auf der Homepage von ESAAT
Qualifizierte Fachkräfte, wie Ärzte, Physiotherapeutin und Pädagogin, unterstützen meine Tiere und mich bei der Therapie von Menschen mit individuellen Defiziten und Bedürfnissen.
Beim ersten Treffen mit einem Patienten/Klienten wird eine genaue Anamnese erstellt. Gleichzeitig wird das geeignete Therapiebegleittier für den Einsatz festgelegt um optimale Voraussetzungen
zwischen Therapeut/Klient/Tier zu gewährleisten. Danach wird eine kostenlose Schnupperstunde vereinbart.
Wir versuchen gemeinsam ein erfolgreiches Konzept zu erstellen um die bestmögliche Zielsetzung zu erreichen.
Unsere Tiere unterstützen Menschen die Hilfe benötigen. Natürlich werden diese Klienten von Angehörigen oder anderen Betreuern oft
pflegerisch unterstützt. Normalerweise 24 Stunden am Tag! Damit sind sie großen psychischen und physischen Beanspruchungen ausgesetzt und selbst gesundheitsgefährdet. Eine zusätzliche Belastung
sind meistens noch finanzielle Probleme die hinzukommen. Die staatlichen Zuschüsse reichen meist für spezielle Unterstützungen nicht aus. Obwohl in vielen medizinischen Studien nachgewiesen wird,
dass es sehr gute Erfolge in der Tiergestützen Therapie bei Patienten gibt, werden die Kosten dafür leider nicht von der Krankenversicherung übernommen.
Um auch diese verantwortungsvollen Personen zu unterstützen, möchten wir einmal „Danke“ sagen indem wir sie einladen,
kostenlos an Tiergestützte Aktivitäten mit Alpakas teilzunehmen, wenn sie ihre betreuenden Personen zu unserer Tiertherapieeinheit begleiten. Das bedeutet: Der Klient bezahlt
seine Honorarnote , die begleitende Pflegeperson ist eingeladen und zahlt nichts.
Folgendes Beispiel zeigt, wie eine genaue Erfassung und Durchführung von Planung, Verlauf und Evaluation bei einem Patienten/Klienten nach Insult aussehen kann:
Verlauf und Evaluation:
Patient Hr. M.M., Diagnose: St. p. SAB, OP einer AV-Malformation
|
Datum
|
Intensivstation
|
Rehabilitationszentrum
|
1 Tag nach Krankenhausentlassung
|
8 Monate nach Hirnblutung
|
|
Motivation
|
fehlt
kein Lebenswille, hat Schmerzen, möchte keinen Kontakt
|
stark eingeschränkt
Depressionen, Therapie ist anstrengend, Erfolge werden schwer erkämpft
|
leicht eingeschränkt
Gefühlsschwankungen, je nach Tagesverfassung Positive Therapieerfolge werden öfter
|
vorhanden
macht Zukunftspläne (Matura nachmachen) , aktive Beteiligung an Therapieeinheiten
|
|
Aktivität
Ausmaß der physischen Aktivität
|
bettlägerig
kann Bett nicht verlassen
|
sitzt auf
kann das Gewicht alleine nicht tragen
|
geht wenig
geht am Tag alleine kurze Distanzen, braucht für längere Strecken Hilfe, verbringt die meiste Zeit im Bett/auf dem
Stuhl
|
geht regelmäßig
bewegt sich selbständig über längere Zeit
|
|
Mobilität
Fähigkeit die Position zu wechseln und zu halten
|
komplett immobil
kann keinen geringfügigen Positionswechsel ohne Hilfe durchführen
|
stark eingeschränkt
bewegt sich manchmal geringfügig
kann sich aber nicht regelmäßig alleine ausreichend umlagern
|
leicht eingeschränkt
macht regelmäßige Positionswechsel des Körpers und der Extremitäten
|
mobil
kann alleine umfassend seine Position verändern
|
|
Feinmotorik
|
Problem vorhanden
kann die Finger der linken Hand nicht bewegen
|
potentielles Problem
Auftreten von Spasmen
|
zeitweises Problem
bewegt Finger schwach, noch zu wenig Kraft
|
kein Problem zur Zeit
kann Finger bewegen, Gegenstände umfassen
|
|
Grobmotorik
|
Problem vorhanden
bewegt weder linken Arm noch linkes Bein,
keine Rumpfkontrolle
|
potentielles Problem
Muskelatrophie, selbständige Fortbewegung ist stark gefährdet, ständig Hilfe nötig
|
zeitweises Problem
Muskelschwäche, unsicherer Gang auf unebenen Böden, erschwertes Stiegen steigen
|
kein Problem zur Zeit
Gehen ohne Hilfe, auf allen Unebenheiten, selbständiges Stiegen steigen
|
Planung:
Patient Hr. M.M., Diagnose: St. p. SAB, OP einer AV-Malformation
|
Datum
|
auf der Intesivstation
|
Rehabilitationszentrum
|
1 Tag nach Krankenhausentlassung
|
8 Monate nach Hirnblutung
|
|
Problem
|
halbseitige Bewegungsunfähigkeit,
Stress, Entwöhnung von Beatmungsmaschine
|
Muskelatrophie der linken Körperhälfte, Patient zeigt wenig Mitarbeit bei Therapie, Erschöpfungszustände nach wenigen
Minuten
|
Gehen nur mit Stock möglich, Festhalten des Stiftes beim Schreiben stark eingeschränkt
|
Restschwäche in linker oberen und unteren Extremität, vermindertes Selbstvertrauen
|
|
Ressourcen
|
Handdrücken der rechten Hand, Abwinkeln des rechten Fußes im Bett
|
Motivation von Familie und Angehörigen, es besteht der Wunsch mit Tieren zu arbeiten
|
steht alleine ohne Hilfsmittel, verwendet andere gesunde Hand zum Schreiben
|
stabile Rumpfkontrolle, guter Muskelaufbau,
Ehrgeiz, Ausdauer,
|
|
Ziel
|
Querbettsitzen, positiver Stehversuch mit Hilfe,
Stressabbau, Spontanatmung
|
ein paar Schritte mit Hilfe gehen
keine Rollstuhlabhängig
|
Gehen über längere Distanz ohne Hilfe, Stiegen steigen, Feinmotorik der linken Hand wieder erlangen
|
Selbständigkeit um tägliche Aktivitäten ohne Hilfe zu bewältigen
|
|
Maßnahmen
|
Basale Stimulation, beruhigende Waschungen, Einreibungen und Lagerungen, vorhandene Ressourcen erhalten
|
im Stehen Ballwerfen mit Hilfe eines Wurfgerätes, Hund mit Leine neben Rollstuhl führen, Aktivitäten mit Katze, Hühnern,
Achatschnecken
|
Halftern von Alpakas, anleinen, Hunde-trinkflasche öffnen und verschließen. Leckerlis geben, Fellpflege bei Katze und Hund
durchführen, Futterkörner sortieren
|
Spaziergänge und Parcoursgehen mit Alpakas und Hund, Stall ausmisten, Tiere versorgen mit Wasser und Heu
|
|
Häufigkeit
|
2 x tgl./20 Minuten
|
2 x pro Woche/30 Minuten
|
1 pro Woche/50 Minuten
|
1 pro Woche/50 Minuten
|
|
Zieldatum
|
|
Rehabilitationszentrum
|
|
|
|
Zieldatum erreicht
|
auf neurochirurgischer Allgemeinstation
|
|
zuhause
|
zuhause
|
Natürlich ist dies nur eine kurze Zusammenfassung. Um ein ganzes Konzept zu erstellen, benötigt man regelmässige Meetings um adäquat Evaluierungen durchzuführen.
Durch Anklicken der Fotos, können Sie die einzelnen Erklärungen abrufen.Der abgebildete Klient ist schriftlich damit einverstanden, die Fotos zu veröffentlichen. Name und Adresse sind zum
Schutz des Patienten nicht weiter angeführt.